Sonntag, 9. Januar 2022

Schulschreck Nummer 1

Als ich noch motorisiert war, habe ich hin und wieder meine Lieblingsschule (diese Schule habe ich wirklich geliebt!) besucht - das Konrad Heresbach Gymnasium in Mettmann, in dem ich die Hochzeit meines Lebens leben und erleben durfte. Bei einem dieser Besuche begegnete mir ein ehemaliger Deutschlehrer, der mich sofort wieder erkannt, aber meinen Namen vergessen hatte. Er überlegte laut mit dem Worten:

"Warum komme ich denn nicht auf ihren Namen? Sie waren Schulschreck Nummer 1."

Soso - schmunzelte ich in mich hinein, ein kritischer Schüler aus Lehrersicht. Er meinte es humorvoll, kam auch noch auf meinen Namen, und wir hatten noch ein schönes Gespräch.

Mittwoch, 5. Januar 2022

Lebensfehler

Fehler gehören zum Leben wie Essen und Trinken. Und die meisten von ihnen lassen sich mehr oder weniger wieder gutmachen - aber nicht alle. So habe ich einige Fehler - ich nenne sie Lebensfehler, weil sie mein weiteres Leben dauerhaft beeinflussen - gemacht, die ich nicht wieder gutmachen konnte.

Da wäre der Abbruch meines Lehrerstudiums kurz vor dem zweiten Staatsexamen. Auf die Gründe möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen. Ich wollte den Abschluss später nachholen, was aber nicht mehr möglich war. Das war dann bei späteren Bewerbungen oft von Nachteil.

Und dann ist da noch - quasi als "Fortsetzung" des Studienabbruchs - mein endgültiges Aus aus dem Arbeitsleben mit knapp über 50 Jahren. Gefühlte 2.000 Bewerbungen brachten nur Absagen. Ich wollte leider immer meinen ichbezogenen Weg gehen und habe deshalb auch nie daran gedacht, kürzer zu treten, weil mein Arbeitgeber ja letztlich meinen Lebensunterhalt finanziert.

Samstag, 1. Januar 2022

Lieblingswünsche

Einige Wünsche habe ich für das neue Jahr - Wünsche, an denen ich arbeiten kann und Wünsche, an denen ich nur teilweise arbeiten kann.

Meine wesentlichen Wünsche sind Gesundheit und innerer und äußerer Frieden.

Am Silvestermorgen sind zwei Wünsche hinzu gekommen, die ich zu meinen Lieblingswünschen erklärt habe, weil sie nicht so allgemein sind, sondern persönlich:

* eine Hand, die mich festhält
und
* ein Netz, das mich auffängt.

Sonntag, 19. Dezember 2021

Gesundheit und Frieden

Dieses Jahr hat uns schon allein Corona bedingt sehr viel abverlangt. Einige konnten damit umgehen, andere mehr schlecht als recht und andere sind leider gescheitert.

Gerade auch aus diesen Gründen wünsche ich Euch ruhige, erholsame Weihnachten und ein gesundes und friedliches neues Jahr.

Donnerstag, 9. Dezember 2021

Menschen, die nichts vergessen

In der Literatur bin ich kürzlich auf den Begriff Hyperthymesie gestoßen. Menschen mit diesem Syndrom vergessen nichts und behalten alles im Kopf, jede noch so winzige Kleinigkeit. Hintergrundinformationen sind in diesem Wikepedia-Eintrag nachzulesen.

Und manches Mal frage ich mich, ob ich dieses Syndrom auch gerne hätte. Wenn ich es zeitweise haben könnte, wäre das gar nicht mal so schlecht: Ich könnte mir alle meine schlechten und unvorteilhaften Charakterzüge und Verhaltensweisen ansehen und abschätzen, welche ich verändern könnte und welche nicht. Damit würde ich mich jedoch nur verrückt machen, und das im wahresten Sinne des Wortes. Letztlich sehe ich in meinem Alter auch gar nicht ein, dass ich mich überhaupt noch verändern sollte. Entwicklung ist eine andere Sache. 

Ich könnte mich sinnvoller Weise aber auch fragen, welche Charakterzüge und Verhaltensweisen ich an mir schätze und sie gerne entwickeln oder stabiliseren oder sie so annehmen möchte, wie sie sind.

Auf jeden Fall wäre es eine spannende Sache.

Sonntag, 28. November 2021

Frieden - Frieden - Frieden

Schon in meiner Kindheit hatte ich ein Gefühl für Recht und Unrecht und habe mich kindlich um Frieden bemüht. Das ist in vielen Fällen gründlich daneben gegangen. Und auch in meinem Erwachsensein ist mir das oft misslungen - statt Frieden zu stiften, habe ich Streit vom Zaun gebrochen.

Mit zunehmendem Alter spüre ich immer stärker meine Sehnsucht nach innerem und äußerem Frieden: In vorderster Linie ist es die Sehnsucht, inneren Frieden, innere Ruhe, Gelassenheit zu finden. Körperlich war ich schon immer ziemlich gesund und mit einem guten Immunsystem ausgestattet. Deshalb habe ich auch wenig Angst, mich mit Corona zu infizieren. Viel mehr Angst macht mir die Panik- und Angstmache von Politikern und Medien, denen es völlig an Sachlichkeit und Plan mangelt. Das dient meinem inneren Frieden ganz und gar nicht. Die Pandemie haben die einzigen "Freunde" dazu missbraucht, sich heimlich, still und leise von mir abzuwenden. Weltweit sind wir - mit aktiver Unterstützung der deutschen Bundesregierung - auf dem Weg zurück in den Kalten Krieg. Russland und China werden immer mehr zu Feindstaaten erklärt und Biden ist sich nicht zu schade, China mit einem Militärschlag zu drohen. Im eigenen Land werden soziale und Arbeitnehmerrechte zurückgefahren und uns unter dem Deckmantel der Corona-Pandemie mehr und mehr persönliche Freiheiten genommen.

Ich bin davon überzeugt, dass ich mit diesen Gedanken, Gefühlen und meiner tiefen Sehnsucht nach Frieden nicht alleine stehe. Darum wünsche ich uns allen, dass wir im zwischenmenschlichen und sozialen Bereich imstande sein werden, aktiv zu einem dauerhaften und stabilen Frieden beizutragen.

Samstag, 6. November 2021

Versuch zur Gelassenheit

Es gibt diesen Spruch "Sei zufrieden mit dem, was Du hast". Doch ganz so einfach ist das auch nicht. Wer keine Möglichkeit (mehr) hat, aus seiner Armut wieder heraus zu kommen, kann mit diesem Spruch nichts anfangen oder empfindet ihn gar als Verhöhnung. Denn wie soll ein Mensch, dem grundlegende Bedürfnisse wie gesunde Ernährung, Kultur, Reisen versagt bleiben, weil dazu das Geld nicht reicht - wie soll ein solcher Mensch mit seinem Leben zufrieden sein? Er muss sehen, wie er damit klar kommt, ohne dass sein Lebensmut und seine Lebensfreude dabei auf der Strecke bleiben. Diese Fähigkeit erlernen die wenigsten im Elternhaus und in der Schule schon mal überhaupt nicht.

Das sind Auswirkungen, die stark auf die Seele einwirken und oft zu Verzweiflung, Selbstaufgabe, Gleichgültigkeit, Selbstzweifeln und Einsamkeit führen. Das alles sind tödliche Gefühle. Es erfordert ein hohes Maß an Gelassenheit, um in einer solchen Lage mit sich selbst umgehen und sich selbst noch als Teil dieser Gesellschaft empfinden zu können.

Für mich ist dieser Weg zur Gelassenheit ein Auf und Ab - von Lebensmut und Lebensfreude bis hin zu seelischer Leere. Selbstmordgefährdet bin ich glücklicherweise von Natur aus nicht.

Montag, 18. Oktober 2021

Ein Dankeschön

Liebe Besucherin, lieber Besucher,

ich weiß nicht, wer du bist.
Und ich weiß auch nicht, wo du wohnst.
Auch weiß ich nicht, zum wievielten Male du heute mein Gedankenbuch besuchst.
Ich weiß auch nicht, wie du mein Gedankenbuch "entdeckt" hast.
Und genau so wenig weiß ich über dein Lob und deine Kritik an meinem Gedankenbuch.

Wenn dich mein Gedankenbuch anspricht, so freue ich mich über jeden Besuch von Dir. Und wenn du mir hin und wieder einen Kommentar hinterlässt, so würde mich das sehr freuen.

Ich schreibe dir diese Zeilen als Dankeschön für deinen Besuch und deine Offenheit für mein Gedankenbuch.

Freitag, 15. Oktober 2021

Die Faust in der Tasche

Meine Mutter hat mir immer wieder empfohlen, hin und wieder eine Faust in der Tasche zu machen. Für mich klang das immer wie den Mund zu halten und sich unter zu ordnen. Das konnte und wollte ich als Kind nicht, und das hat sich bis heute nicht verändert. Mittlerweile glaube ich, den tieferen Sinn dieser Aussage zu kennen: Es geht weder darum, den Mund zu halten noch sich unter zu ordnen, sondern vielmehr um die Abwägung, was in der jeweiligen Situation angemessener ist: Meine Meinung kund zu tun und mit meinem Gegenüber nach einem tragbaren Kompromiss zu suchen. Oder meine Meinung und damit oft auch meine Gefühle zurück zu stellen, weil die aktuelle Situation sich dazu nicht eignet oder ich in der unterlegenen Situation bin und mir mit meinem Widerspruch letztendlich nur schaden würde.

Das Letztere habe ich leider in meinem Berufsleben schlussendlich nicht berücksichtigt. Es war nicht der einzige Grund für meine langjährige Arbeitslosigkeit (mittlerweile bin ich seit sieben Jahre in Rente). Aber für mich hat sich die oft fehlende Faust in der Tasche leider viel zu spät dadurch bemerkbar gemacht, dass ich nicht imstande war zu erkennen, dass mir mein Arbeitgeber letztlich meinen Lebensunterhalt bezahlt. Und dabei ist es unerheblich, ob mir meine Arbeit gefällt oder nicht und ich manches Mal eine Faust in der Tasche machen muss. Heutzutage muss ich fast täglich eine Faust in der Tasche machen.

Diese Lebenserfahrung schreibe ich auch nieder, um Menschen, denen ihre Arbeit nicht gefällt, zu bewegen, lieber eine miese Arbeit zu behalten als später mit den Folgen leben zu müssen.

Mittwoch, 13. Oktober 2021

Vertrauensvolles Miteinander

Wenn ich Menschen begegne, frage ich grundsätzlich "Wie geht es dir?". Diese Frage meine ich ehrlich und wünsche mir eine ehrliche Antwort. Leider bleibt diese in der Regel aus und ich muss mir ein "Gut". ein "Muss", ein "Mir geht es doch immer gut" oder ähnliche Sprüche anhören. Das ärgert mich und ich gehe mehr und mehr dazu über, diese Frage nicht mehr zu stellen. Wer über sich nicht sprechen möchte, der soll es sein lassen - und sich ein anderes Gegenüber suchen.

Oft kommt dann blitzschnell die Gegenfrage "Wie geht es denn Dir?", und ich falle immer wieder darauf herein und beantworte diese Gegenfrage. So weiß ich sehr wenig über meine Mitmenschen, diese aber sehr viel über mich. Ich habe lange gebraucht zu erkennen, dass das keine echte Grundlage für ein vertrauensvolles Miteinander ist.