Freitag, 27. März 2020

Meine persönlichen Kontaktbeschränkungen

Die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen auf Grund des Coronavirus haben mich zwar überrascht, aber nicht verunsichert. Ich lebe schon lange allein und fühle mich auch so. Es kam für mich nur darauf an, ob ich damit klar kommen würde, nicht einmal mehr "unter Menschen" gehen zu können. Überraschenderweise habe ich mich sehr schnell auf die neue Situation eingestellt:
~ Das tägliche Kaffeetrinken fehlt mir überhaupt nicht.
~ Bummeln durch die Stadt fehlt mir auch nicht.
~ Nicht einmal meine Ehrenämter fehlen mir.

Stattdessen
~ fühle ich mich zu Hause wohl
~ lese sehr viel
~ gehe wieder regelmäßiger spazieren
~ genieße meine zeitliche Unabhängigkeit
~ komme ich mit kleinen Schritten zu innerer Ruhe

Wenn ich das auch nach Beendigung der Corona-Beschränkungen beibehalten kann, hätte mir die Pandemie geholfen, ein Stück zurück zu mir selbst zu finden.

Samstag, 21. März 2020

Gefühle und Gedanken in Zeiten der Pandemie

Eine gute Freundin hat sich Gedanken gemacht, wie sie die Corona-Pandemie und die Zeit danach sieht. Mit ihrer freundlichen Zustimmung darf ich ihre Gedanken und Gefühle veröffentlichen. Vielen Dank dafür.

"Ich weiß gar nicht, wie man Menschen anspricht die man nicht kennt, die einem aber trotzdem nicht egal
sind.
Seit vielen Jahren beobachte ich, daß es so wenig miteinander gibt und bei so vielen - oder auch sehr vielen -
Menschen nur die eigenen Interessen im Focus stehen, das sich in so großen Maße nur auf den materiellem Wohlstand beschränkt.
Auch ich bleibe - schon seit mehreren Tagen - zu Hause und habe viel Zeit mir Gedanken über diese Krise zu machen
und wie wird es danach sein. Da überlege ich auch, ob Diamanthalsbände für den Hund oder Reisen nach Neukaledonien
das Maß aller Dinge ist. Wie sehr würde ich mir wünschen, daß es wichtiger wird, beim Nachbarn zu fragen, ob man
etwas für ihn tun kann. Das daß Miteinander und das Wohl des anderen in der ersten Reihe seinen Platz findet.
Mein Herz ist diesbezüglich voll von Wünschen für die Zukunft. Laßt uns versuchen uns anders aufzustellen und den
Blick darauf zu richten, daß wir nicht alleine auf dieser Erde sind und das wirklich wichtige - das Miteinander - uns das
Gefühl gibt, nicht alleine zu sein.
In Zeiten der Pandemie, darf es für uns kein Opfer bedeuten, zuHause zu bleiben, um uns und andere zu schützen und nicht zu gefährden. Diese Einschränkungen müssen jetzt sein, damit wir die Pandemie überstehen und überleben.
 In dieser Zeit umzudenken und andere Werte für uns festzulegen wäre toll, dann werden wir in Zukunft gemeinsam so viel stärker sein.
 Meine Hochachtung gilt den Menschen, die jetzt an der Pandemie "Front"
stehen und zu unser Aller Wohl -ALLES GEBEN, ALLES ERTRAGEN, ALLES RISKIEREN, ALLES ERMÖGLICHEN UND NICHT AUFGEBEN -

Ich wünsche uns Allen, daß wir gut aus dieser Krise herauskommen und wir begreifen, das nicht nur Gut und Geld wichtig sind, sondern auch,  - daß es noch so viel mehr gibt -."

Donnerstag, 12. März 2020

Mein persönlicher Datenschutz

Mir liegt Datenschutz zwar sehr am Herzen, aber ich lebe ihn nicht widerspruchsfrei:

~ Ich habe ein Google-Konto, das ich auch nutze - als zweites Email-Konto und als Anbieter für mein Blog.
~ Allein mit meinem Blog gebe ich sehr viel Persönliches von mir preis. Das würde sich auch nicht ändern, wenn ich mein Blog selbst hosten würde, weil die Beiträge in beiden Fällen öffentlich wären. Nichtsdestotrotz achte ich dort sehr sorgfältig auf den persönlichen Datenschutz der Menschen, über die ich schreibe. Ausgenommen sind die Personen, die ohnehin in der Öffentlichkeit stehen.
~ Facebook & Co. meide ich mit Ausnahme von WhatsApp. Dort habe ich derzeit jedoch nur zwei unregelmäßige Kontakte.
~ Zur Nutzung von Google auf dem Desktop und auf dem Smartphone (Android) gibt es zwar Alternativen. Aber für deren Einrichtung fehlen mir Geduld und Wissen.

Und wie sollte ich meine persönlichen Daten gegenüber Behörden - z.B. Jobcenter und Sozialamt - schützen? Das ist absolut unmöglich. Gegenüber diesen Behörden kann ich mich weder auf Datenschutz noch auf Privatsphäre berufen, weil ich dann keine Leistungen bekäme und auf die Straße "umziehen" müsste. Ich finde diesen fehlenden Datenschutz am Gefährlichsten, weil mir die Behörden meine Existenzgrundlage entziehen können. Und ohne Geld bzw. mit viel zu wenig Geld nutzt mir der Datenschutz im Internet rein gar nichts.

Zudem bin ich in meinem Blog, in meinen sozialen Netzwerken und in Kommentaren mit meinem Klarnamen unterwegs. Für manche mag das Dummheit sein, für mich ist es Authentizität - ich stehe zu dem, was ich sage und schreibe.

Montag, 2. März 2020

Bei der Arbeitssuche nicht bedacht

Bis zum Beginn meiner Rente Mitte 2014 habe ich mich über zehn Jahre leider erfolglos bemüht, wieder dauerhaft in Arbeit zu kommen. Über die Gründe dafür habe ich schon häufig hier in meinem Blog geschrieben. Dabei ist jedoch ein Punkt außer Acht geblieben, mit dem ich mich selbst - zumindest ein Stück - daran gehindert habe, wieder erfolgreich in Lohn und Arbeit zu kommen.

Leider war ich viel zu starr darauf festgelegt, wieder eine Tätigkeit im Büro oder in der Verwaltung zu finden. Mal etwas Neues zu versuchen kam für mich nicht in Frage. Insbesondere denke ich dabei an meine Liebe zur Sprache. Das ist heute noch ersichtlich an meinem Blog und meine Aktivitäten in verschieden sozialen Netzwerken. In meiner Jugend war ich in meinem politischen Engagement oft als Öffentlichkeitsreferent aktiv.

Ich hätte mich während meiner Arbeitslosigkeit mal mit diesem Gedanken ernsthaft beschäftigen sollen. Im Nachhinein hätte ich mir gut eine Tätigkeit in der Richtung Synchronsprecher vorstellen können oder als Sprecher, der beispielsweise Dokumentationen als Sprecher mit Hintergrundinformationen erklärt.

Manchmal dauert Lernen viel zu lange.

Dienstag, 25. Februar 2020

Umweltschutz bei Oma und Opa

Seit mehreren Jahren lese ich den Bewohnerinnen und Bewohnern eines Solinger Altenheims Geschichten vor. Die folgende Geschichte habe ich jetzt wieder entdeckt, kann jedoch nicht den Urheber nachvollziehen. Und hier ist die Geschichte:

"Beim Bezahlen an der Kasse im Supermarkt schlägt die Kassiererin der vor mir bezahlenden alten Dame vor, sie möge doch beim nächsten Einkauf ihre Einkaufstasche mitbringen, denn Plastiktüten seien schlecht für die Umwelt. „Da haben Sie Recht" entschuldigt sich die alte Dame „doch leider war ich in Eile und habe meine Einkaufstasche entgegen meiner Gewohnheit zu Hause vergessen" Die junge Frau erwidert: „Ja wissen sie, unser Problem ist nämlich, dass Ihre Generation sich keine Gedanken darüber gemacht hat, in welch schlechtem Zustand sie die Umwelt uns und den zukünftigen Generationen hinterlässt. Umweltschutz ist sicherlich ein Fremdwort für Sie". „Das stimmt. Unsere Generation kannte keinen Umweltschutz - war auch gar nicht nötig, denn Sprudel- und Bierflaschen gaben wir an den Laden zurück in dem wir sie gekauft hatten. Von dort gingen sie an den Hersteller, der die Flaschen wusch, sterilisierte und auffüllte, so dass jede Flasche unzählige Male benutzt wurde. Die Milch holten wir beim Milchhändler in unserer eigenen Milchkanne ab. Aber Umweltschutz kannten wir nicht. Für unsere Gemüseeinkäufe benutzten wir Einkaufsnetze, für den Resteinkauf unsere Einkaufstaschen. Vergaßen wir sie, so packte uns der Händler den Einkauf in braune Papiertüten, die wir zu Hause für viele Zwecke weiter verwendeten, z.B. zum Einpacken der Schulbücher, die uns von der Schule unter der Auflage, dass wir sie gut behandeln, kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Nach Beendigung des Schuljahres wurden sie wieder eingesammelt und in gutem Zustand an den nachfolgenden Jahrgang weiter gereicht. Aber Umweltschutz kannten wir nicht. Wir stiegen Treppen hoch, denn Aufzüge oder Rolltreppen gab es nicht so wie heute in jedem Kaufhaus oder Bürogebäude. Wir gingen zu Fuß die paar Schritte zum nächsten Lebensmittelgeschäft und benutzten dazu keinen 300 PS starken Geländewagen. Sie haben Recht, Umweltschutz kannten wir nicht. Damals wuschen wir die Babywindeln, weil es keine Einwegwindeln gab. Wir trockneten die Wäsche nicht in einem Strom fressenden Trockner, sondern mit Wind- und Solarenergie auf der Wäscheleine aus Hanf. Die Kleidung der Kinder ging stets an die jüngeren Geschwister, denn immer neue Kinderkleidung konnten wir uns nicht leisten. Aber Umweltschutz kannten wir nicht. Im Haus hatten wir ein einziges Radio und später einen kleinen Fernseher mit einem Bildschirm in Taschentuchgröße. In der Küche gab es keine elektrischen Maschinen. Alles wurde von Hand geschnitten, geraspelt, geschält. Als Polstermaterial für Päckchen oder Pakete benutzten wir alte Zeitungen, kein Styropor oder Plastikblasen. Der Rasenmäher wurde mit der Hand geschoben, machte keinen Krach und keinen Gestank. Das war unser Fitnesstraining, weshalb wir keine Fitnessstudios mit elektrischen Laufbändern und anderem Energie fressenden Unsinn benötigten. Aber Umweltschutz kannten wir nicht. Das Wasser tranken wir aus der Leitung und benötigten dazu keine Plastiktasse oder Plastikflasche. Unsere leeren Schreibfüller wurden wieder mit Tinte gefüllt, anstatt neue zu kaufen. Papier wurde beidseitig beschrieben. Stumpfe Rasierklingen wurden ersetzt, und nicht gleich ein neuer Rasierapparat gekauft. Aber Umweltschutz kannten wir nicht. Damals fuhren unsere Kinder mit dem Bus, der Straßenbahn, dem Fahrrad oder gingen zu Fuß zur Schule. Einen 24-stündigen Taxiservice der Mutter mit dem 50.000 EUR teuerem Auto gab es nicht. Aber Umweltschutz kannten wir nicht. In jedem Zimmer gab es eine Steckdose und keine Steckdosenleisten für unzählige Stromfresser, und wir benötigten auch kein von einem 35.000 Kilometer entfernten Satelliten gesteuertes System, um die nächste Imbissbude zu finden. Jedoch Umweltschutz kannten wir nicht. Aber bedenken Sie: Es ist traurig, wenn die junge Generation sich darüber beklagt, wie verschwenderisch wir Alten gelebt haben, nur weil wir keinen Umweltschutz kannten? Glaubt sie wirklich, wir Alten benötigen eine Belehrung von euch Grünschnäbeln? Und dann auch von einem Mädchen,das mir noch nicht einmal das Wechselgeld heraus geben kann, ohne die elektronische Kasse zu befragen. Schönen Tag noch -- und vergiss den Umweltschutz nicht!"






Mittwoch, 19. Februar 2020

Eine befremdliche Unterscheidung

Vor einigen Tagen erzählte mir eine Bekannte von ihrem schon länger verstorbenen Ehemann, der sie psychisch ziemlich heftig behandelt hat. Aber sie hat sich "deswegen" nicht von ihm getrennt. Auf meine Frage, was sie getan hätte, wenn er ihr körperliche Gewalt angetan hätte, antwortete sie mir, in diesem Fall hätte sie sich von ihm getrennt.

Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Menschen zwischen psychischer Gewalt und körperlicher Gewalt in der Weise unterscheiden, dass sie psychische Gewalt mehr oder weniger annehmen, körperliche Gewalt jedoch völlig ablehnen.

Ein Grund ist mit Sicherheit, dass man einem Menschen das Leben nur nehmen kann, wenn man ihn körperlich tötet. Doch auch psychisch kann man einen Menschen töten, beispielsweise durch Armut, die einem Menschen auf Dauer den Sinn des Lebens nehmen und ihn ebenfalls sterben lässt. Zuerst ist es ein Krieg gegen die Seele, aber auch ein Krieg gegen Persönlichkeit und Menschenwürde.

Die Tötung eines Menschen durch eine Waffe wird geahnet, weil es körperliche Gewalt ist. Doch die Tötung eines Menschen durch psychische oder wirtschaftliche Gewalt wird bei weitem nicht so geahndet.

Dem ein oder anderen Betroffenen wäre es sicherlich lieber, zu sterben als nur zu über-leben.

Dienstag, 11. Februar 2020

Warum ich politische Diskussionen lieber meide

Auch in meiner politisch engagierten Jugend war ich nie der Theoretiker, der sich in langatmigen Diskussionen verlor, sondern der Praktiker, der aktive Politik machte.

Politisch zu diskutieren empfinde ich in der Regel als schwierig, weil es nach meiner Wahrnehmung weniger um echten Austausch geht, sondern darum, den anderen von der Richtigkeit der eigenen Meinung zu überzeugen. Das ist grundsätzlich nicht falsch, aber oft recht schwierig, zu einer gemeinsamen Auffassung zu finden. Ich spreche hier von Menschen, die grundsätzlich dasselbe wollen. Diskussionen mit AfD und den anderen Parteien der "Mitte" lehne ich grundsätzlich ab, weil ich die Zeit und Kraft lieber in Sinnvolles investiere.

Politische Diskussionen unter Gleichgesinnten sind auch deshalb sehr schwierig, weil es so viele Zusammenhänge gibt, die im Grunde bedacht werden müssten. Man müsste sich schon den ganzen Tag mit Politik theoretisch beschäftigen und das eigene Leben dabei verlieren - unabhängig davon, dass Leben und Politik sehr stark miteinander verschlulngen sind.

Wenn ich täglich die Medien lese, bin ich immer wieder erschrocken über das viele Böse in dieser Welt, an das ich mich weder gewöhnen kann noch will. Manchmal möchte ich mich einfach nur in meine Höhle verkriechen und mit dem da draußen nichts mehr zu tun zu haben.

In meiner Jugend war politisches Engagement für mich noch selbstverständlich, weil ich unter vielen gleich oder ähnlich denkenden und handelnden Menschen gelebt und gewirkt habe und so manche politische Aktivität gemeinsam mit anderen angestoßen habe.

Heute bin ich nur noch müde. Es klingt vielleicht abgedroschen, aber meine Jugend war in jeglicher Hinsicht eine schönere Zeit als mein Heute. Das hat natürlich nicht nur mit der politischen, sondern auch mit meiner persönlichen Entwicklung zu tun.