Donnerstag, 10. Juni 2021

Mein Vati

Meinen Vati habe ich in Erinnerung als einen "Lass-das-mal-die-Mutti-machen"-Vater. Es war die seinerzeit klassische Rollenverteillung zwischen meinen Eltern. Als Kind habe ich mir darüber keine Gedanken gemacht - falls es mir überhaupt aufgefallen ist.

Eine Situation mit meinem Vater habe ich sehr gut in meiner Seele aufbewahrt. Immer wenn ich mit ihm etwas bereden wollte. hat er mir geantwortet:

"Was hast Du denn auf dem Herzen, min Jung?"

Offensichtlich hatte mein Vater ein sehr gutes Herz, das er aber leider so gut wie nie gezeigt hat. Oder sollte ich besser sagen "zeigen konnte"?

Donnerstag, 27. Mai 2021

Unverbrüchliche Freundschaften

Im Laufe meines Lebens hatte ich bei einigen wenigen Menschen das sichere Gefühl, dass unsere Freundschaft niemals auseinander gehen könnte, weil es ein tiefes und zugewandtes Gefühl miteinander gabe. Aber alle diese Freundschaften hatten keinen Bestand. Und nach meiner Überzeugung waren es nicht die räumlichen Entfernungen, sondern vielmehr etwas Anderes, was ich mir nicht erklären kann.Vielleicht waren diese Gefühle nur einseitig und ich zu blauäugig. 

Auch meine zeitweisen Bemühungen, die ein oder andere dieser Beziehungen wieder aufleben lassen, verliefen im Sand. Und keiner dieser Menschen hat sich je bemüht, wieder den Kontakt mit mir aufzunehmen - und das bis in die Gegenwart.

Montag, 17. Mai 2021

Lizenzen zu verschenken

Lange Zeit habe ich versucht, meine Kontakte, die nur WhatsApp nutzen, dazu zu bewegen, einen zusätzlichen datenschutzfreundlichen Messenger zu nutzen - jedoch vergeblich. Auch mein Hinweis, dass sie diesen Messenger zusätzlich zu WhatsApp nutzen können, blieb ungehört. 

Darum hatte ich mich vor ein paar Wochen entschlossen, vier Threema-Lizenzen zu kaufen, um sie diesen Kontakten anzubieten - auch das war vergeblich. Was ich dabei völlig übersehen hatte: Wer sich keinen kostenlosen Messenger installiert, den kann auch eine geschenkte Lizenz von Threema nicht reizen.

Drei Threema-Lizenzen möchte ich gerne noch an Menschen verschenken, die Threema gerne nutzen möchten, denen der Kauf aber bisher zu umständlich war.
Wer von Euch möchte eine Lizenz für sich oder einen Freund bzw. eine Freundin haben?

Montag, 10. Mai 2021

So hat sich meine Welt verändert

In meiner Jugend war ich politisch sehr engagiert - friedenspolitisch, kulturpolitisch, gewerschaftspoltisch, parteipolitisch. Und seinerzeit war ich davon überzeugt, dass das immer so bleiben würde. Doch das hat sich ins Gegenteil verkehrt, nachdem die politische Lage sich mehr und mehr verschlimmert hat.

Irgendwann bin ich dann zu der Überzeugung gekommen, dass sich für mich der politische Kampf nicht mehr lohnt - spätestens seit Beginn meiner Langzeitarbeitslosigkeit, bei der ich von meiner Gewerkschaft nicht die mindeste Unterstützung erhalten habe. Ich stand alleine. Es war für mich dann nur konsequent, die Gewerkschaft zu verlassen. Und das habe ich bis heute nicht bereut.

Zudem hatte ich immer mehr den Eindruck, dass die Gewerkschaften nur dazu da sind, arbeitsnehmerfeindliche Entscheidungen ihrer Arbeitgeber den Mitgliedern sozialverträglich zu verkaufen. Ich bin davon überzeugt, dass die Gewerkschaften schon seit sehr vielen Jahrzehnten nicht mehr agieren, sondern lediglich noch re-agieren.

Darum hoffe ich heute nicht mehr auf gesellschaftliche Veränderungen, die nach vorne gehen, sondern nur noch darauf, das alles so bleibt, wie es ist. Ich hänge zwar immer noch in der Denke, "die Welt verändern zu wollen", habe mich aber von der Welt zurück gezogen.

Ich war viele Jahre der Überzeugung, dass Solidarität stark macht, aber wo weder im Kleinen noch im Großen Solidaritat gelebt wird, bin ich zwangweise meine eigener Lebensmanager.

Samstag, 8. Mai 2021

Gemeinsam älter werden

In meinen Jahren auf dem Konrad Heresbach Gymnasium in Mettmann gab es ein Lehrerehepaar, das schon in Pension war, aber ihren Kontakt zu uns jungen Menschen nicht verloren hatte. Sie waren öfter mit uns samstags nach dem Unterricht in der Stadt und haben mit uns geredet und einen Kaffee getrunken. In Erinnerung sind sie mir geblieben, weil sie immer noch gemeinsam Hand in Hand gingen. Und zu dem Zeitpunkt wusste und spürte ich schon, dass ich mir auch eine Lebenspartnerin wünsche, mit der ich ewig Hand in Hand durchs Leben gehen könnte.

Das ist leider aus den unterschiedlichen Gründen gescheitert. Ich werde zwar noch einige Jahre - lieber wären mir Jahrzehnte - leben und aktuell habe ich keine Hoffnung mehr. Aber - manches Leben hat sich schon schneller geändert als gedacht.

Donnerstag, 29. April 2021

Ein später Dank

In meinen jüngeren Jahren habe ich sehr viel über meine Eltern geschimpft. Sie konnten mir aber auch rein gar nichts recht machen. Ihre guten und schönen Seiten konnte und wollte ich seinerzeit nicht wirklich wahrnehmen:

Sie haben mir viele Freiheiten gelassen.
Sie haben mich nicht bevormundet.
Sie haben mir ein sorgenfreies Leben ermöglicht, obwohl sie nicht viel Geld verdient haben.
Ich war zwar ihr Problemkind, aber sie haben immer versucht, uns Geschwister gleich zu behandeln. Das ist ihnen auch gelungen.
Sie haben mir mit meinem Lehrerstudium eine stabile berufliche Grundlage ermöglicht.
Im Vergleich mit vielen anderen Eltern waren sie "Eltern, die ein Kind sich nur wünschen kann".

Darum möchte ich Euch heute sagen (besser spät als nie, aber im Himmel habt ihr bestimmt Internet): "Danke, dass ich Euch als Eltern haben durfte und ihr mich sehr viele Jahre nicht ohne Probleme durchs Leben begleitet habt."

Freitag, 23. April 2021

Information zum Abonnieren meines Blogs

Die Möglichkeit, mein Blog per Email über Feedburner zu abonnieren, entfällt nunmehr, weil Google dieses Möglichkeit im Juli dieses Jahres deaktivieren wird. Bisherige Abonnements über dieses Weg sollen angeblich forrgeführt werden - sicher bin ich mir aber nicht, ob ich das so richtig verstanden habe.

Wer die neuen Blogeinträge weiterhin über Email abonnieren will, möge mir das in einer kurzen Email - siehe im Kopfbeeich unter Kontakt - mitteilen und ich werde sie bzw. ihn meinem Email-Blogverteiler hinzu fügen. 

Die Möglichkeit eines RSS-Abonnements bleibt weiterhin bestehen. 

Ich bitte um Verständnis für diese Änderung.

Sonntag, 11. April 2021

Mut machende Worte

Es gibt Situationen, in denen man einem Mitmenschen Mut zu sprechen sollte und will. Doch ist das keine leichte Sache, wenn man es ernst meint. Es könnte auch die Situation verschlimmern. So bin ich sehr empfindlich gegen solche Worte und möchte das auch erläutern:

In meiner etwa fünfzehnjährigen Arbeitslosigkeit wurde mir immer wieder Mut zugesprochen, den ich meistens auch annehmen konnte. Praktische Hilfe war und ist in dem Bereich nicht möglich. Es gibt einen Spruch, den ich jedoch auf den Tod nicht ausstehen konnte "Gibt nicht auf, du wirst schon etwas finden." Das war bestimmt gut gemeint, aber auch sehr unüberlegt. Und wenn ich mich dazu kritisch geäußert habe, wurde ich oft als Schwarzmaler abgetan. Ich hatte mir nur gewünscht, mit meinen Erfahrungen - und es waren sehr viele miese - ernst genommen zu werden. Ehrliche Äußerungen - wie "Ich würde dir sehr gerne helfen, weiß aber überhaupt nicht, wie ich das machen könnte" haben mir gut getan, weil ich mich ernst genommen fühlte.

Manches Mal ist In-den-Armen-nehmen eine riesige Hilfe, an die Worte nicht heran reichen. Ein körperlicher ist Kontakt ist in der Regel weitaus überzeugender als falsch gewählte Worte. Es muss nicht eine Umarmung sein, dem anderen die Hände auf seine Schultern legen und ihn warmherzig anlächeln oder seine Hände in seine nehmen. Die Möglichkeiten sind vielfältig.

Ganz wichtig ist auch - ich habe es oben schon erwähnt - Ehrlichkeit. Mir zu sagen, man möchte mir helfen, weiß aber nicht wie, macht mir Mut. Ehrlichkeit kann auch zu einem klärenden, aufbauenden Gespräch führen.


Samstag, 10. April 2021

Gästebuch

Ich habe mein Blog um ein Gästebuch erweitert. Den Link dazu findet Ihr in der Kopfleiste unter "Gästebuch". Dort könnt Ihr alles reinschreiben, was Euch zu meinem Gedankenbuch einfällt oder was Ihr mir auch immer schon sagen wolltet. 

Ich freue mich über jeden sachlichen Gästebucheintrag - sei es ein Einfach-nur-mal-so-Eintrag, sei es Lob, sei es Kritik, sei es eine Anregung oder was Euch sonst noch einfällt, Mein Gedankenbuch ist auch sehr vielfältig.

Samstag, 3. April 2021

Ein soziales Netzwerk aufbauen und pflegen

Trotz vieler Möglichkeiten habe ich es versäumt, mir im Laufe meines Lebens ein soziales Netzwerk aufzubauen. Die frühen Hinweise, Kontakte zu halten, habe ich immer so verstanden, dass ich das nur tun sollte, damit mir zu gegebener Zeit diese Menschen nützen könnten. Das habe ich abgelehnt, weil ich das als Ausnutzen gedeutet habe. Dass das Leben zu einem großen Teil aus Geben und Nehmen besteht, habe ich erst sehr spät gelernt.

Im Laufe meines Lebens hatte sehr viele Kontakte - in allererster Linie während meiner Gymnasialzeit, des Studiums und der Jahre meines politischen Arbeitens (Friedens-, Partei-, Gewerkschafts- und Kulturpolitik). Dieses Wirken und die vielen Gemeinsamkeiten mit den Menschen haben mich glücklich gemacht und ich bin nie auf den Gedanken gekommen, mir mit einigen dieser Menschen ein soziales Netzwerk aufzubauen und zu pflegen. Die Lebenswege trennten sich und es blieben nur die Erinnerungen. Zu manchen Menschen habe ich versucht, wieder Kontakt aufzunehmen - doch ohne Erfolg.

Mein "soziales Netzwerk" besteht leider aus Kontakten, die einseitig von mir ausgehen. Und wenn ich diese Kontakte einschlafen lasse, höre ich von diesen Menschen auch nichts mehr. Ich habe diese Erfahrung zweimal in meinem Leben gemacht.

Zwischenzeitlich habe ich versucht, wieder ins politische Geschehen einzugreifen, habe aber die Erfahrung gemacht, dass diese Kreise sehr in sich geschlossen sind.

Mittlerweile bin ich es müde und sage mir "Wer mit mir Kontakt möchte - sehr gerne. Und wer keine Lust (mehr) auf Kontakt mit mir hat, soll es bleiben lassen." Das ist einfacher als immer wieder enttäuscht zu werden.