Auch in meiner politisch engagierten Jugend war ich nie der Theoretiker, der sich in langatmigen Diskussionen verlor, sondern der Praktiker, der aktive Politik machte.
Politisch zu diskutieren empfinde ich in der Regel als schwierig, weil es nach meiner Wahrnehmung weniger um echten Austausch geht, sondern darum, den anderen von der Richtigkeit der eigenen Meinung zu überzeugen. Das ist grundsätzlich nicht falsch, aber oft recht schwierig, zu einer gemeinsamen Auffassung zu finden. Ich spreche hier von Menschen, die grundsätzlich dasselbe wollen. Diskussionen mit AfD und den anderen Parteien der "Mitte" lehne ich grundsätzlich ab, weil ich die Zeit und Kraft lieber in Sinnvolles investiere.
Politische Diskussionen unter Gleichgesinnten sind auch deshalb sehr schwierig, weil es so viele Zusammenhänge gibt, die im Grunde bedacht werden müssten. Man müsste sich schon den ganzen Tag mit Politik theoretisch beschäftigen und das eigene Leben dabei verlieren - unabhängig davon, dass Leben und Politik sehr stark miteinander verschlulngen sind.
Wenn ich täglich die Medien lese, bin ich immer wieder erschrocken über das viele Böse in dieser Welt, an das ich mich weder gewöhnen kann noch will. Manchmal möchte ich mich einfach nur in meine Höhle verkriechen und mit dem da draußen nichts mehr zu tun zu haben.
In meiner Jugend war politisches Engagement für mich noch selbstverständlich, weil ich unter vielen gleich oder ähnlich denkenden und handelnden Menschen gelebt und gewirkt habe und so manche politische Aktivität gemeinsam mit anderen angestoßen habe.
Heute bin ich nur noch müde. Es klingt vielleicht abgedroschen, aber meine Jugend war in jeglicher Hinsicht eine schönere Zeit als mein Heute. Das hat natürlich nicht nur mit der politischen, sondern auch mit meiner persönlichen Entwicklung zu tun.
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