Diese Überschrift ist eine Abwandlung des Spruchs "In der Ruhe liegt die Kraft". Ein kluger Satz, der für manch Einen - so auch für mich - nicht leicht zu leben ist. Viel zu schnell rege ich mich über das auf, was in der Gesellschaft geschieht und was andere mir Kritisches sagen. Dieser Ärger ist dann so übermächtig, dass ich innerlich gar nicht ruhig und gelassen bleiben kann. Und damit bringe ich mich argumentativ sehr häufig aufs Abstellgleis.
Einen guten Bekannten von mir, der viel über "Die Finanzkapitalisten des 21. Jahrhunderts" schreibt und sich im Kampf gegen Arbeitsunrecht engagiert, habe ich mal gefragt, ob ihn dieses ganzes Unrecht nicht innerlich aufwühlen würde. Er hat mir geantwortet, dass er diese Gefühle nicht an sich heran ließe und sich als Chronist unserer Zeit sieht.
Diese klare Trennung zwischen Gefühl und Verstand würde ich mir auch wünschen. Doch da ist der Wunsch der Vater des Gedanken. Und ich denke, dass bei mir der Weg das Ziel ist - immer wieder versuchen, durchzuatmen und klar zu denken und mir nicht alles "so zu Herzen" nehmen. Dann kann ich auch ruhig und sachlich über Dinge reden, die mir gefühlsmäßig unter die Haut gehen.
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