25. November 2019

Schenken und Beschenktwerden

Es ist schon viele Jahre her, kommt mir aber auf Grund meiner materiellen Lage immer wieder in Erinnerung:

Als meine Eltern noch lebten, haben wir ihnen zu ihren Geburtstagen auf Initiative meines Bruders zweimal zwei Musicalkarten geschenkt - einmal in Hamburg einschließlich Übernachtung und einmal in Bochum. Obwohl ich zu der Zeit schon arbeitslos war, habe ich jedes Mal 50 DM beigesteuert. Das war es mir als Dankeschön an meine Eltern wert.

Und obwohl mein Bruder meine materielle Lage kannte und wusste, dass ich Musik sehr mag, habe ich ein ähnliches Geschenk nie bekommen. Ihm war ich grundsätzlich nur ein paar müde Mark wert.

Das klingt wie Neid und nachtragend sein. Doch es war eine Kränkung, weil mir mein Bruder damit seine Gleichgültigkeit gezeigt hat. Nach dem Tod meiner Eltern habe ich mich von ihm (und auch meiner Schwester) los gesagt und bereue das bis heute nicht.

Leider gibt es im Leben auch Menschen, die einem eigentlich nahe stehen sollten und von denen man sich trotzdem aus Selbstschutz und auch wenn es schmerzt trennen muss.

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