Heute möchte ich über ein Thema schreiben, das vielen Menschen vertraut sein dürfte und das mir beständig Sorgen bereitet: Armut und Partnerschaft.
Es ist schon schwierig, eine Partnerschaft weiter zu leben, wenn ein Partner verarmt. Die Partnerschaft ist in einigen Bereichen umzustellen, weil viel von dem, was man sich bisher gemeinsam geleistet hat, nicht mehr möglich ist. Die finanziellen Lasten liegen nun hauptsächlich auf einem Parter. Und ob er bzw. sie das annehmen kann bzw. will oder nicht, ist schwierig zu entscheiden. Manche Partnerschaften zerbrechen daran, andere schaffen es, ihre Partnerschaften zu festigen.
Ist man aber bereits verarmt und sucht eine neue Partnerschaft, so ist man in einer geradezu ausweglosen Lage, weil so gut wie niemand bereit ist, eine Partnerschaft mit einem armen Menschen zu wagen, den man zudem überhaupt nicht kennt.
Einerseits kann ich diese ablehnende Haltung sehr gut verstehen. Ich weiß nicht, wie ich reagieren würde, wenn man Leben finanziell abgesichert verliefe und ich eine sympathische, arme Frau kennen lernen würde.
Andererseits schmerzt es mich immer wieder, in der eigenen Seele diese Ablehnung spüren zu müssen. Das gedankliche Verstehen vermag ich nicht in gefühlsmäßiges Annehmen umsetzen. Kompromisse weiß ich auch keine.
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